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MyParfum | Duftregion Europa

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EUROPA

Die Duftkultur gelangte etwa im 7. Jahrhundert vor Christus nach Europa. Aus dem Nahen Osten übernahmen die Griechen das Räucherritual, eine Vorform der heutigen Parfumherstellung. Dabei wurden Duftstoffe wie Weihrauch und Myrrhe verbrannt. Von den Griechen lernten wiederum die Römer. Diese räucherten auch zu kosmetischen Zwecken, unter anderem um in ihren Wohnungen angenehme Düfte zu erzeugen. Manche stellten sich dabei selbst in den Rauch, damit der Geruch auch an ihnen haften blieb. Im Lauf der Zeit entstand aus dem Ritual des Räucherns eine Parfumkultur. Dazu gehörten das Bad in mit Duftstoffen parfümiertem Wasser und die Salbung mit Öl. Die Römer erarbeiteten sogar Vorschriften, welche Salbe für welchen Bereich des Körpers zu benutzen war.

 

Von Anfang an war die Parfumierung in Europa den vermögenden Schichten vorbehalten. Parfum galt als Statussymbol – erfüllte jedoch an erster Stelle den Zweck, schlechte Gerüche zu kaschieren. Durch die fortschreitendende Christianisierung geriet die Verwendung von Parfum ab dem 4. Jahrhundert nach Christus allerdings in Verruf. Die kirchliche Lehre assoziierte mit dessen Gebrauch Unkeuschheit und Frivolität. Jahrhundertelang verschwand das Parfum fast vollständig aus Europa. Über die arabische Welt kehrte es wieder zurück. Kreuzfahrer hatten auf ihrer Rückreise nach Europa im 11. und 12. Jahrhundert unbekannte Duftstoffe im Gepäck und weckten damit das Interesse an der Parfumherstellung neu. König Philipp August von Frankreich gründete 1190 die Gilde der Parfum-und Handschuhmeister. Beide Berufszweige profitierten voneinander. Da die aus Ziegenleder hergestellten Handschuhe nach Gerbstoffen rochen, wurden sie für den Verkauf parfumiert.

 

In Ungarn entstand der Sage nach im Jahr 1370 ein legendäres Parfum. Das „Eau de Hongrie“ soll der ungarischen Königin Elisabeth von einem Eremiten geschenkt worden sein. Es bestand aus ätherischen Ölen von Rosmarin und Lavendel. Legendär wurde das Parfum, weil es angeblich verjüngend und verschönend gewirkt haben soll. Im 16.Jahrhundert begann die goldene Zeit des Parfums in Europa. Katharina de Medici brachte 1533 ihren eigenen Parfumeur mit nach Paris. Dieser René le Florentin verkaufte dort bald mit großem Erfolg seine Kreationen. Zu dieser Zeit begann auch der Aufstieg des südfranzösischen Grasse zur Parfumhauptstadt, da in dem dort herrschenden Klima wichtige Duftzutaten wie Lavendel, Orangenblüte und Tuberose besonders gut gediehen. Beflügelt wurde der Prozess noch durch die Hygienevorstellungen im 17. Jahrhundert. Baden galt als ungesund. Um den permanenten Gestank zu überdecken, griff der Adel zu Parfum. Am Hof Ludwigs XV. (1715-1774) war es üblich, seinen Duft täglich zu wechseln.

 

Bereits Anfang des 18.Jahrhunderts leitete ein italienischer Parfumeur jedoch eine Trendwende ein. Giovanni Maria Farina kreierte 1709 in Köln das Eau de Cologne, das weltberühmte Kölnischwasser. Ursprünglich war die Mischung aus Zitrone, Bergamotte, Orange, Lavendel und Rosmarin zur gesundheitsfördernden Einnahme gedacht. Populär wurde es aber als Parfum. Dieser Siegeszug war Ausdruck einer Trendwende. Schwere, intensive Gerüche galten nicht länger als Zeichen von Wohlstand und guter Herkunft. Während der Französischen Revolution avancierten sie zu einem olfaktorischen Symbol des nunmehr verhassten Adels. Dezente und leichte Düfte eroberten die Parfumwelt. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts veränderten chemische Entwicklungen die Parfumherstellung. Viele teure Rohstoffe konnten nun synthetisch erzeugt werden. Parfum wurde dadurch zum Massenprodukt. 1921 kam ein Duft auf den Markt, der mindestens genauso legendär wurde wie Kölnisch Wasser – Chanel Nr. 5. Es enthielt als eines der ersten Parfums überhaupt auch künstliche Aromen. Seinen Namen erhielt es von der Modeschöpferin Coco Chanel, welche die Herstellung in Auftrag gegeben hatte. Der Parfumeur Ernest Beaux lieferte zehn Entwürfe und sie entschied sich für Nummer fünf. Eine ganze Zeit lang setzten Modemacher die Trends in der Parfumwelt.

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