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MyParfum | Düfte und Emotionen

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Welchen Einfluss haben Düfte auf unser Leben und Emotionen?


Düfte und Emotionen

Mit aufwendigen Methoden versuchen Wissenschaftler zu ergründen, wie der Mensch auf Düfte reagiert und welche Emotionen dabei geweckt werden. Die Lösung dieses Rätsels könnte sich als äußerst hilfreich für die Kreationen von Parfums erweisen.

Der Duftmarkt gehört Anfang des 21. Jahrhunderts zu den weltweit am heftigsten umkämpften und zugleich umsatzstärksten Wirtschaftsbereichen. Jährlich erscheinen hunderte von neuen Düften der Designer und die Möglichkeiten des Marktes scheinen noch lange nicht ausgeschöpft zu sein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Industrie Milliarden in die Forschung steckt, denn die Duftstoffhersteller müssen sich immer neue Ideen einfallen lassen, um mit ihren Produkten die Nase vorn zu haben. Dabei gewinnt die Thematik Düfte und Emotionen eine immer größere Bedeutung bei der Duftgestaltung.

 

Erinnerungen auf Knopfdruck

Jeder hat es schon einmal erlebt, man riecht plötzlich einen bestimmten Duft und dieser versetzt einen emotional direkt in eine andere Zeit und an einen anderen Ort. Man ist auf einen  Schlag völlig hin und her gerissen und es werden Erinnerungen und Emotionen in uns wach, die manchmal so intensiv sind, als wären sie uns erst gestern widerfahren. Das kann der Geruch von würzigen Weihnachtsplätzchen sein, der von frischer Wäsche, einer bestimmten Blume oder gar der herbe Geruch einer alten Lederjacke. Aber auch viel abstraktere und spezifischere Düfte, die man nur schwer beschreiben kann, lösen in unserem Gehirn eine Kettenreaktion aus und wecken somit tiefste Erinnerungen. Verantwortlich dafür ist das limbische System.

 

Boten für Emotionen & Erinnerungen 


Erinnerungen an lang vergangene Zeiten

Das limbische System ist der Bereich in unserem Gehirn, in dem Emotionen und Lust verarbeitet werden. Duftmoleküle gelangen über die Geruchsorgane direkt in diesen Bereich und haben eine botenstoffartige Eigenschaft, die unsere Emotionen direkt beeinflussen können. Sie sorgen somit für Wohlbefinden oder aber für negative Gefühle wie zum Beispiel Angst.

Der Hintergrund dessen ist, dass Erinnerungen und Düfte in unserem Gehirn zusammen gespeichert werden. Infolgedessen wecken Düfte meist Erinnerungen an vergangene Ereignisse oder rufen bestimmte Emotionen hervor. Sie erinnern uns beispielsweise an unser erstes Date, an den Duft, den der Partner an diesem Tag getragen hat. Oder aber an den Blumengarten der Oma, in dem man als Kind immer gespielt hat. Der Garten roch nach frischem Gras, Flieder und nasser Erde. Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass Erinnerungen sogar viel stärker im Gedächtnis verankert sind, wenn sie  mit einem Duft verbunden sind.

So zeigte ein Vergleich mit rein visuellen Erinnerungen, dass eine Erinnerung, die nicht mit einem Duft verknüpft ist, bereits nach drei Monaten zur Hälfte verblasst ist. Wohingegen Erinnerungen die mit Düften verbunden sind, noch nach Jahren sehr intensiv und klar erlebt werden können.   

 

Emotionale Entscheidungshilfe

Das Besondere an unserem Geruchssinn ist, dass er für gewöhnlich die Vernunft und den Verstand ignoriert, weil Düfte ohne Umwege auf unser limbisches System treffen und uns direkt emotional beeinflussen können. Entscheidungsfreiheit besteht somit nur, wenn man sich der Beeinflussung überhaupt bewusst wird.
Wird ein Geruch jedoch unterhalb der Erkenntnisschwelle wahrgenommen, manipuliert diese Sinneswahrnehmung unbemerkt eine folgende Entscheidung. Diese endgültige Entscheidung wird anschließend zwar vom Verstand getroffen, beeinflusst wird sie jedoch durch die Sinneseindrücke.

Man ist sich der Beeinflussung also gar nicht bewusst und kann sie somit auch nicht vermeiden. Schlussfolgernd wird der Mensch durch seine Sinneseindrücke indirekt beeinflusst. Der Geruchssinn beeinflusst unsere Emotionen und diese steuern in unserer bewussten Ebene wiederum Entscheidungen und Handlungen.

Unser Geruchssinn entzieht sich also unserem bewussten Einfluss, ähnlich wie unsere  Atmung, Verdauung oder unser Herzschlag.

So können uns Düfte auch physiologisch auf uns einwirken und beispielsweise die Atmung verlangsamen, den Herzschlag beeinflussen oder das Verdauungssystem anregen. Dieses Wissen macht sich vor allem die Aromatherapie zu Nutze.  

 

Anti-Stress Duft und Wohlfühl-Kaufhaus 


Düfte und der Einfluss auf unser Kaufverhalten

Das Wissen über derartige Vorgänge im Gehirn ist für die Parfumindustrie natürlich besonders interessant.

„Wenn das Ergebnis lautet, dass ein bestimmter Duft Stress reduziert und wenn wir wissen, dass Stress Menschen älter aussehen lässt, dann könnten wir möglicherweise sagen, dass dieser Duft als Bestandteil einer Hautcreme dafür sorgt, dass wir jünger wirken.“, so Annette Green, Vorsitzende des amerikanischen Researche Funds, der sich der Duftstoff-Forschung widmet.

Bereits seit einiger Zeit werden in vielen Kaufhäusern Düfte gezielt eingesetzt, um unsere Emotionen zu steuern. Man weiß bereits, dass der Geruch von Vanille, subtil durch das Lüftungssystem in den Verkaufsräumen verteilt, die Stimmung  der Kunden anhebt und somit ein wohliges Gefühl von Geborgenheit hervorruft. Wenn das limbische System diesen Duftstoff wahrnimmt, werden Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausgeschüttet, die uns in diesen Wohlfühlzustand versetzen. Durch die gehobene Stimmung ist der Kunde nun eher bereit, sich etwas zu gönnen. Dabei sind Düfte natürlich nicht in der Lage, uns zu willenlosen Konsumenten zu machen, aber die Forschung auf diesem Gebiet zeigt, dass sie uns durchaus beeinflussen können. In Zukunft wird das Duftmarketing also eine zentrale Rolle in der Wirtschaft spielen und die Parfumerie an stressreduzierenden Duftmolekülen arbeiten, um unseren stressigen Alltag ein bisschen angenehmer zu machen.

 

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